– schlechte Ergebnisse, Zahlen nicht im Griff, Fachkräftemangel und wenn Du an die Betriebsnachfolge denkst, bekommst Du ein ungutes Gefühl
Ursachen für das Hamsterrad im Handwerk:
- falsche Kalkulationsannahmen (Mischkalkulation: Lohnabschlag vs Materialaufschlag)
- Auslastung im Betrieb immer über 100%
- keine Systeme, Automatisierung, Digitalisierung, KI im Betrieb
- Vergleichbarkeit am Markt (damit Verkauf über Preis, nicht Leistung)
- keine klare Strategie. was machen wir und was machen wir nicht mehr
- fehlende Controlling-Instrumente auf Projekt-und-Betriebsebene - Folge: Zahlen-Blindflug
- kein Arbeiten AM Unternehmen
Handwerker sind im Hamsterrad – das sagen mir 9 von 10 Handwerkern in persönlichen Gesprächen.
Aus über 25 Jahren Erfahrung habe ich mehrere Ursachen dafür identifiziert und fasse diese für Dich hier zusammen.
- Im Handwerk ist die Mischkalkulation gebräuchlich, das heisst der Stundensatz ist in der Regel zu niedrig und wird über Materialaufschlag “subventioniert”. Das führt an vielen Stellen zu Risiken für die Handwerker und oftmals kennen die Chefs diese Risiken nicht einmal, weil sie davon ausgehen, dass sie “richtig” kalkulieren. Die Folge ist, dass auf dem Papier die Dinge in Ordnung aussehen, auf dem Konto sieht es dann manchmal anders aus.
- Die Auftragslage für fast alle Handwerker ist gut bis sehr gut. Dies führt in der Regel zu “Stress”, weil jeder Kunde/Auftrag schnellstens bedient werden muss – ist das wirklich so und muss das so bleiben? Vielen Betrieben fehlt der strategische Ansatz, was man bevorzugt macht und… was NICHT!!! Aus Nachkalkulationen lassen sich klare Empfehlungen für die Ausrichtung des Betriebs ableiten. Dies führt zu besseren Ergebnisse auf Projekt- und Betriebsebene. Bessere Ergebnisse können auch zu besseren Mitarbeiterergebnissen führen, weil z Bsp Erfolgsbeteiligungen möglich werden.
- In vielen Handwerksbetrieben wachsen die Umsätze schneller als die Abläufe, Systeme und die Digitalisierung. Das ist kein Vorwurf, sondern nur eine Feststellung. Langfristig macht das die Betriebe für neue und junge Mitarbeiter unattraktiv. Für einen möglichen Betriebs-Nachfolger ist es nicht ratsam, sich einen Betrieb zu nehmen, wo der bisherige Chef alles kann und weiss. Aus meiner Erfahrung sollte ab 7 Mitarbeitern mit der Einführung von festen Abläufen (=Systeme), Digitalisierung und zwischenzeitlich auch mit dem Thema “Künstliche Intelligence im Handwerk” begonnen werden. Wer das heute nicht tun kann oder will, wird es später noch schwerer haben, sich am Markt erfolgreich zu etablieren und als Arbeitgeber attraktiv zu sein. Dies wirkt sich natürlich auf den Unternehmenswert aus. Du kannst raten, in welche Richtung….
- Viele Handwerksbetriebe verkaufen noch über den Preis. Dabei wären viele Kunden bereit, “etwas mehr für das Bad / die Heizung / …” zu bezahlen. Und, es ist auch im ersten Schritt für den Handwerker ganz einfach, sich positiv von den Mitbewerbern zu unterscheiden: 1. Halte deine zugesagten Termine beim Kunden ein (egal ob Angebotsabgabe, Beginn Baustelle, Ende Baustelle,…) und 2. Halte Deine Budgets (Kaufpreis) ein – mit diesen beiden Maßnahmen bist Du vermutlich schon besser als die meisten Deiner Kollegen und… diese Maßnahmen kosten Dich keinen Cent. Gleichzeitig baust Du Dir ein wesentlich besseres Image am Markt und damit bei deinen Kunden auf, welche das auch mit höheren Preisen honorieren.
- In der Regel bearbeiten die Handwerker (fast) alle Kundenanfragen – ohne Selektion, ohne Strategie. Dies führt zu viel Arbeit und hohen Betriebsauslastungen. In vielen Fällen wäre das Motto “Weniger ist Mehr” besser: soll heißen, mit weniger Umsatz mehr Ergebnisse erzielen. Wenn Du die betriebswirtschaftlich besten Anfragen sofort erkennst, diese Anfragen bevorzugt und sorgfältig bearbeitest und die nicht rentablen “freundlich” ablehnst oder für DICH rentabel anbietest, hast Du ein besseres Leben und mehr Zeit, Dich im die richtigen Kunden und beste Mitarbeiter zu kümmern – versprochen !!!
- Viele Handwerksbetriebe haben ihre laufenden Projekte im Griff: Materialbestellungen, Personaleinteilungen, Termin mit Kunden abstimmen,… aber: betriebswirtschaftlich hapert es gewaltig. Die Bewertung der “Halbfertigen Arbeiten” und die Übersicht über die erhaltenen Abschlagszahlungen vom Kunden sind für die Qualität der BWA und die Liquidität des Betriebs enorm wichtig. Am besten machst Du das über Deine Software (Eingangsrechnungen, Stunden der eigenen Monteure, Abschlagszahlungen,..) auf die Projekte erfassen und schon hast Du alle Kennzahlen für das laufende / wöchentliche Projektcontrolling im Griff und einmal im Monat gibt“ einen Buchungsbeleg für den Steuerberater, so dass Deine BWA endlich aussagekräftig ist. Kein Blindflug mehr.
- Das Hamsterrad – viele Handwerker-Chefs haben schlichtweg nicht die Zeit und oftmals auch nicht die Plan und die Unterstützung, um AM Unternehmen zu arbeiten und damit aus ihrem Hamsterrad zu entkommen. Ich sag Dir aber was: wenn Du immer das gleiche tust und dabei andere Ergebnisse erwartest… Wahnsinn.
Du brauchst also einen klaren Fahrplan und einen Mentor / Coach an Deiner Seite. Das schafft zum einen Klarheit, was getan werden muss und andererseits Verbindlichkeiten, die Dinge umzusetzen.